Montag, 29. Oktober 2007

Control, 28.10.2007

Im Jahr 1976 taten sich nach einem Konzert der Sex Pistols drei junge Männer aus Manchester zusammen, um eine Punk-Rock-Band zu gründen. Per Anzeige suchten sie einen Sänger, und es meldete sich ein junger Mann namens Ian Curtis. Zunächst nannte sich das Quartett Warsaw, schließlich Joy Division. Doch als sie immer erfolgreicher wurden, mit «Love Will Tear Us Apart» einen Jahrhundertsong geschrieben hatten und kurz davor waren, auf Tournee durch die USA zu gehen, setzte Ian Curtis am 18. Mai 1980 im Alter von 23 Jahren seinem Leben ein Ende.

I'm a believer in Joy Division, Halleluja!

Fazit: 4.9 von 5 Punkten



No country for old men, 27.10.2007

Llewelyn Moss befindet sich im heißen und kargen Südwesten von Texas auf der Jagd nach Antilopen, doch schon bald wird er vom Jäger zum Gejagten. Grund dafür sind über zwei Millionen Dollar in einem Koffer, den Moss findet und an sich nimmt. Dass mit dem Geld etwas nicht in Ordnung ist, hätte er sich eigentlich denken können: Erschossene Menschen und Hunde sowie ein Beutel Heroin zeigen deutlich, dass an jenem Ort ein Drogendeal aus dem Ruder gelaufen ist. Nun hat Moss den Kopfgeldjäger Carson Wells und Sheriff Ed Tom Bell im Nacken - und obendrein einen sehr psychopathischen Auftragskiller.

Na hallo, da haben die Coen Brüder wieder etwas aus dem Hut gezaubert! Wunderschöne Landschaftaufnahmen gepaart mit einem der vielleicht fiesesten Bad Boys der Filmgeschichte. Inklusive einem sehr innovativen Tötungsinstrument.
Das Ende ist ein bisschen unbefriedigend, aber es ist auch mal ganz nett wenn das 'Böse' gewinnt.
Witzig fand ich die Securities die im Kino herum standen und aufgepasst haben, dass niemand mitfilmt oder Fotos macht.

Fazit: 4.6 von 5 Punkten

1 Film ausgelassen, 27.10.2007

Musste leider die Empfehlung des werten Herrn Hurch ausfallen lassen, Ai no yokan.

Noriko wird von der Polizei verhört: Ihre Tochter hat eine Mitschülerin getötet, nun steht die junge Mutter einer Stimme aus dem Off Rede und Antwort. Auch Junichi, Vater des ermordeten Kindes und Witwer, wird zum Verbrechen befragt. In seiner Trauer und Wut weigert er sich, eine Entschuldigung Norikos anzunehmen.

Routine gibt Halt, kann aber auch zur Erstarrung führen. Manchmal hilft dann ein heftiger Schubser, ein unerwarteter Impuls, und plötzlich eröffnen sich Möglichkeiten und neuer Handlungsspielraum. Routine gibt Halt, vor allem wenn ein dramatisches Ereignis zuvor aus geordneten Lebensbahnen geworfen hat: Kobayashi Masahiro baut aus diesem Szenario einen Prolog für eine intensive Verhaltensstudie. Ein Jahr später, in einer kleinen Ortschaft auf Hokkaido, arbeitet Junichi (dargestellt vom Regisseur) in einer Gießerei, Noriko in der Küche seiner Pension. Beide verbringen ihre Tage gewissermaßen in selbst auferlegter Einzelhaft.
The Rebirth erzählt weniger die Geschichte der beiden durch das Unglück Verbundenen, als dass er die Begegnungen zwischen Noriko und Junichi in nahezu dokumentarischen Sequenzen anschaulich macht. Er entwirft ein Spiel aus Wiederholungen und Abweichungen, dem Ein- und Abschleifen von Bewegungen, Wegen, Handlungen: Ein Ei wird aufgeschlagen, mit Stäbchen verrührt, in eine Pfanne geleert - einmal, zweimal, fünfmal. Eine Tür öffnet sich, Männer betreten eine Werkhalle und greifen im Gehen nach den Schutzhandschuhen, die rechts von ihnen lagern. Wieder und wieder und wieder. Und mitten im Immergleichen gibt es langsam den Schimmer einer Veränderung.

The Monastery, 27.10.2007

Sein ganzes Leben hat der 82-jährige Jørgen Laursen Vig von der Einrichtung eines Klosters in seinem dänischen Schloss geträumt: ein Monument gegen die eigene Vergänglichkeit. Stets hat er allein gelebt, war nie verliebt und ist über die Jahre zum Eigenbrötler geworden. Doch nun offeriert ihm das Patriarchat von Moskau plötzlich, russisch-orthodoxe Nonnen in sein Haus zu senden, um die Eignung des Gebäudes für den Orden zu prüfen. Der Lebenstraum des alten Mannes könnte wahr werden, doch dies hat seinen Preis: Von einem Tag auf den anderen muss Herr Vig sein Haus mit den frommen Frauen teilen. Unter ihnen ist die aufgeweckte und durchsetzungsstarke Schwester Amvrosija, mit deren Aktionismus Herr Vig schnell in Konflikt gerät: Die Heizung solle er reparieren, das Dach müsse er neu decken ... und überhaupt gehen ihm die großen Veränderungswünsche und Zukunftspläne der Schwestern bald auf die Nerven. Die russisch-orthodoxe Kirche würde die Renovierungskosten übernehmen, doch soll er diesen Nonnen wirklich Schloss Hesbjerg überlassen?


Was für eine Dokumentation! Die Machart hat genau meinen Nerv getroffen und Mr. Vig ist/war eine so dermaßen faszinierende Person, dass es einfach irrsinnig Freude gemacht hat ihn bei der Erfüllung seines Traums begleiten zu können.
Gott hab ihn selig.


Fazit: 4.7 von 5 Punkten

Lou Reed's Berlin, 26.10.2007

Der Maler, Bildhauer und Filmemacher Julian Schnabel filmte im Laufe von fünf Abenden Lou Reeds «Berlin»-Konzert im St. Ann's Warehouse in Brooklyn, New York. Hinter der Kamera stand Ellen Kuras, die schon die Konzertfilme Neil Young: Heart of Gold and Dave Chappelle's Block Party ins richtige Licht rückte.


Wunderbares Album, welches wunderbar performed wurde. Sonst gibts nicht viel zu sagen, ein Konzertmitschnitt mit paar extra gedrehten Filmsequenzen.

Fazit: 3.0 von 6 Punkten

Sonntag, 28. Oktober 2007

Lynch, 26.10.2007

David Lynch gilt als Meister des filmischen Albtraums, seit er 1977 mit Eraserhead eines der surrealsten, fiebrigsten Werke der Kinogeschichte inszenierte. The Elephant Man und Blue Velvet sorgten bei Publikum und Kritik für Aufregung, seine TV-Serie Twin Peaks gilt heute als Meilenstein der Fernsehgeschichte.

Eine Dokumentation über den Meister, eventuell sogar von ihm selbst gedreht (jaja, ich weiß blackANDwhite mimimimimi).
Es ist ein irrsinnig spannend wenn man den Mann über 80 Minuten begleiten kann und ihn dabei zusieht wie er Kunst erschafft oder einfach nur Geschichten erzählt.
Fantastisch!

Fazit: 4.6 von 5 Punkten

Shotgun Stories, 26.10.2007

«Ich habe keinen Truck, und ich habe kein Haus.» Deshalb zweifelt Kid, ob er seiner Freundin einen Antrag machen kann. Denn darauf kommt es an im Leben zwischen den riesigen Baumwollfeldern im Süden der USA. Ob und wie man ein guter Ehemann sein kann, ist Kid aus Mangel an Vorbildern ebenfalls nicht klar. «Ein Leben ist eine lange Zeit nur für zwei Menschen.» Sein älterer Bruder Son versucht Kid im vermüllten Garten seines Hauses weiszumachen, woran er selbst so gern glauben will: dass die Liebe alles von selbst regelt. Er erwähnt nicht, dass das für den Hass ebenso gilt.

Wow, was für ein intensiver Film! Der Film zeigt uns 2 Familien, die eines gemeinsam haben. Den Vater.
Als der Vater stirbt kommt es zwischen den Söhnen der beiden Familien zu pure, reinen Hassgefühlen. Der Film zeigt die wundersame Landschaft Arkansas und erzeugt somit eine wohltuende Ruhe die uns die Geschichte näher bringt.
Der Regisseur hat es vollbracht eine 'brutale' Story ohne expliziter Gewalt zu zeigen, die sicher aber in unserer Fantasie abspielt.
Wirklich empfehlenswerter Film!

Fazit: 4.6 von 5 Punkten